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Der Wiederaufbau nach dem 1. Weltkrieg

Obwohl nur einige wenige Aktive über waren, konnte bereits im WS 1918/19 ein Aktivenvorstand gestellt werden. Es wurden jedoch von Tag zu Tag mehr Aktive. Das Auflösen der Heere hatte zur Folge, daß die Aktivitas auf eine beachtliche Stärke anwuchs. Allerdings hatten die ehemaligen Soldaten keinen Bezug zum akademischen Leben, weshalb es häufig zu Aufständen und Meutereien kam. Kaum war die Aktivitas nach einigem hin und her wieder halbwegs geordnet, ermordete Graf Arco den Ministerpräsident Eisner, woraufhin in München die Räterepublik ausgerufen wurde. Da Arco noch Student war, waren studentische Korporationen beim Volk verhaßt. Der Universitätsbetrieb wurde eingestellt. Viele Aktive verließen München und man traf sich nur heimlich, was schon eine nicht unbeachtliche Gefahr darstellte. Der Engpaß fand jedoch mit der Befreiung Münchens durch die Freikorps ein Ende. Die Aktivitas konnte sich wieder ordnen, stärken und Freundschaften mit anderen Kartellbrüdern, die in den Heeren ihre Dienste leisteten, besonders aus Walhalla, schließen.

Schon in den ersten Semestern nach dem Krieg zeigte sich, daß das Ottonenheim seine Probe glänzend bestanden und wesentlich zum Wiederaufbau der Korporation beigetragen hat. Wenn es in den recht unruhigen und unsicheren Monaten auch oft schwierig war zu tagen, so war es im eigenen Heim doch leichter möglich, die Aktiven, von denen viele aufgenommen wurden, als sie im Felde standen, und daher bisher am Verbindungsleben nicht teilnehmen konnten, in geregeltes studentisches Leben einzuführen. Es war ein echtes zuhause; man wusste, wo man hingehen konnte. Das Haus war also genau im richtigen Moment erworben worden.