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Obwohl die ältesten deutschen Universitäten bis in das 14. Jahrhundert zurückreichen und es schon frühzeitig um 1600 zu den ersten Zusammenschlüssen von Studenten kam, erfolgten solche katholischer Studenten auf konfessioneller Grundlage erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Den Anlass dazu gaben die Verhältnisse der damaligen Zeit in politischer und kirchlich-religiöser Sicht. Die Kirchengeschichte zeigt, wie im Laufe der Entwicklung und Verbreitung des Christentums menschliche Geisteskraft und Gedankenarbeit eingeströhmt ist. Die erhabenen Gedanken Platos, Augustinus und später das Gedankenwerk eines Aristoteles, sowie große Scholastiker wie Albertus Magnus und Thomas von Aquin wurden dem Christentum zugänglich gemacht. Darum ist es ganz natürlich, dass die Kirche als Pate der Gründung von Universitäten eintrat. Universitäten gehörten, sowie das geistige Leben überhaupt, in den Aufgabenkreis der Kirche. Mit der Glaubensspaltung zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche immer mehr ausgeschaltet, was dazu führte, dass das Glaubensleben innerhalb des katholischen Volksteils immer schwächer wurde. Zusätzlich haben die Strömungen der Französischen Revolution, die Napoleonischen Kriege und die Säkularisation der geistlichen Güter um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert der katholischen Kirche unermesslichen Schaden zugefügt. Auch vor Deutschlands hohen Schulen machte diese Bewegung nicht halt; die alten katholischen Universitäten in Köln, Mainz, Trier, Paderborn, Münster, sowie in Bamberg und Dillingen wurden aufgehoben, was das wissenschaftliche Studium in diesen Regionen wesentlich erschwerte. Durch solche Handlungen, die neben diversen anti-katholischen Strömungen für die damalige Zeit nicht allein stehen, wird die Lage der Kirche am Ende des 18. Jahrhunderts grell beleuchtet. Entgegen des allgemeinen Glaubens, die katholische Kirche sei im Absterben und liege schon in den letzten Zügen, erblühte aus diesen Ruinen neues, reiches Leben.Und doch sollte die katholische Kirche nach Jahrzehnten der Vergewaltigung, Beraubung und geistigen Fesselung erfolgreicher denn je wieder "Eroberungen" machen und auf allen Gebieten des religiösen, wissenschaftlichen, caritativen und künstlerischen Wirkens und Schaffens herrliche Erfolge zeigen. In Schwung gebracht von der Veröffentlichung der, nach Görres Gefangennahme des Kölner Erzbischofs Clemens August am 20. November 1837, erschienenen Streitschrift "Athanasius", entsprang in Mainz der Piusverein, der alsbald in sämtlichen Diözesen Deutschlands und Österreichs Ableger fand und auf der ersten Generalversammlung der Piusvereine in Mainz (3. - 6. Oktober 1848) als Katholischer Verein Deutschlands zusammengefasst wurde. Die große Wiedergeburt der katholischen Kirche in Deutschland war gekommen. In diese Zeit fällt auch die Entstehung und Ausbreitung der ersten katholischen Studentenkorporationen, der Aenenia in München (1851), des Berliner Lesevereins (1853) und der Winfridia in Breslau (1856). Getragen von der edlen, geistigen Schwung tragenden, Rede des damaligen Seniors des Berliner Lesevereins, stud. Phil. Georg Frh. Von Hertling auf der 15. Generalversammlung der deutschen Katholiken zu Frankfurt a. M., entstanden bald zusätzliche Korporationen in Bonn, Münster, Tübingen, Innsbruck und Würzburg, teils farbentragend, teils nichtfarbentragend.
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